Das Wissen der Oberfläche

An Oberflächen gewinnen Wissensordnungen Kontur. Für die Natur- und Humanwissenschaften stellen Oberflächen ein wichtiges Wissens- und Forschungsgebiet dar, dessen Ergebnisse in Form unterschiedlicher Anwendungen (Schalldämpfung, Oberflächenversiegelung u.a.) Eingang in die Lebenswelt gefunden hat. Der langen Geschichte der praktischen Oberflächengestaltung steht eine semantische Tradition gegenüber, die in ihrem zumeinst pejorativen Gebrauch die Oberfläche mit dem Oberflächlichen verbindet und als Epiphänomen diskreditiert. Diese semantische Altlast hat die Geistes- und Kulturwissenschaften maßgeblich bestimmt. Was es dort zu wissen galt, unterstand lange einem hermeutischen Gebot der Tiefe und komplementär dazu einem Verdikt der Oberfläche. Bezüge zur Archäologie oder Geologie wurden etwa in der Psychoanalyse, der Linguistik und zumal der Literaturwissenschaft modellbildend. Dagegen jedoch standen immer auch konjunkturelle Bezugnahmen auf die Oberfläche. Die Oberfläche als Wissensfigur ist jedoch kaum systematisch und für die beiden Wissenskulturen übergreifend untersucht worden. Dies ist das Ziel unseres Vorhabens. Die beantragte Finanzierung dient der Vorbereitung eine DFG-Forschergruppe ggf. sogar eines DFG-Schwerpunktprogramms.

Antragsteller

Ruhr-Universität Bochum: Prof. Dr. Stefan Rieger (Institut für Medienwissenschaft), Jun.-Prof. Dr. Christina Lechtermann (Germanistisches Institut)

Förderlinie: Anschubförderung
Fördersumme: 31.734,00 Euro
Laufzeit: 01.04.2013 – 31.03.2014

Ansprechpartner

Herrn
Prof. Dr. Stefan Rieger
Ruhr-Universität Bochum
Institut für Medienwissenschaft
Universitätsstraße 150
44801 Bochum

Telefon: 0234-3224764
stefan.rieger (at) rub(dot)de