Der Zusammenhang zwischen Zeitverständnis und Bedürfnisaufschub im Vorschulalter

Die Fähigkeit, auf eine Bedürfnisbefriedigung zu warten, gehört zu einer grundlegenden Entwicklungsaufgabe im Kindesalter und stellt möglicherweise sogar eine Besonderheit des Menschen dar, die uns von allen anderen Tieren unterscheidet. Ziel dieses Forschungsprojekts ist zu klären, ob das Zeitverständnis mit dem Bedürfnisaufschub zusammenhängt. Unter Zeitverständnis versteht man das Wissen darum, dass Ereignisse bestimmte Zeitdauern besitzen. Dieses Zeitverständnis wird mit Hilfe von drei Sanduhren getestet, die sich lediglich in der Füllmenge unterscheiden. Die vierjährigen Probanden sollen angeben, welche Sanduhr beispielsweise als Erstes oder als Letztes abgelaufen ist.  Bedürfnisaufschub wird mit einer Warteaufgabe getestet, bei denen die Kinder die Wahl erhalten, eine kleine Menge an Süßigkeiten sofort oder eine größere Menge an Süßigkeiten nach einer Wartezeit zu verzehren. Da beide Aufgaben sprachbasiert sind, wird zusätzlich das Sprachverständnis getestet, um diesen allgemeinen Einfluss auf beide Aufgaben zu kontrollieren. Zusätzlich wird über Elternfragebögen das Temperament und Verhaltens- und emotionale Auffälligkeiten des Kindes erfasst. Die Befunde geben Aufschluss über kognitive Prozesse, die bei der Impulskontrolle von Kindern beteiligt sind und eröffnen Perspektiven für die Erforschung von Interventionsmöglichkeiten bei externalisierenden Störungen im Kindesalter, die mit Problemen der Impulskontrolle verbunden sind.

Antragsteller

Ruhr-Universität Bochum: Jun.-Prof. Dr. Norbert Zmyj (Fakultät für Psychologie)

Förderlinie: Anschubförderung
Fördersumme: 15.102,44 Euro
Laufzeit: 15.11.2012 – 14.11.2013

Ansprechpartner

Jun.-Prof. Dr. Norbert Zmyj
Ruhr-Universität Bochum
Fakultät für Psychologie
Angewandte Sozial- und Entwicklungspsychologie
Universitätsstraße 150
44801 Bochum

Telefon: 0234-3227783
norbert.zmyj (at) rub(dot)de