Die Auswirkungen von Stress auf exekutive Funktionen: Sind ältere Menschen besonders betroffen?

Der demographische Wandel führt in Deutschland dazu, dass der Anteil älterer Menschen an der Erwerbswelt zunimmt und sich die Lebensarbeitszeit erhöht. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an den Arbeitnehmer durch erhöhten Zeitdruck und gesteigerte Ablenkungen durch verschiedene Kommunikationsmedien. Hinweise aus unterschiedlichen Forschungsdisziplinen deuten darauf hin, dass ältere Arbeitnehmer durch Stress in besonderem Maße beeinträchtigt werden. Dieser Hypothese soll in der hier beantragten Studie nachgegangen werden, indem die Auswirkungen einer akuten Stresssituation auf die exekutiven Funktionen von älteren im Vergleich zu jüngeren Menschen untersucht werden. Unter exekutiven Funktionen versteht man solche Prozesse, die der Handlungssteuerung und Verhaltenskontrolle dienen. Zur Messung der Verhaltenskontrolle und insbesondere der Inhibitionsleistungen soll eine sog. Go‐/NoGo‐Aufgabe eingesetzt werden. Parallel zu der Erfassung der Leistung in dieser Aufgabe sollen Daten mit einem 64 Elektroden EEG‐System erhoben werden, um die während der Aufgabendurchführung ablaufenden Informationsverarbeitungsprozesse in hoher zeitlicher Auflösung abbilden zu können. Ziel dieser Studieist es, die Frage zu beantworten, ob eine erhöhte Stressreaktivität bzw. Stresssensitivität bei älteren Menschen vorliegt und wie dadurch die Leistungsfähigkeit beeinflusst wird. Auf diesen Befunden aufbauend sollen Interventionsstudien folgen, die mögliche Kompensationsmechanismen untersuchen.

Antragssteller

Ruhr-Universität Bochum: Dr. rer. nat. Daniela Schoofs (Kognitionspsychologie), Prof. Dr. Oliver T. Wolf (Kognitionspsychologie)

Förderlinie: Anschubförderung
Fördersumme: 47.128,16 Euro
Laufzeit: 01.01.2012 – 31.12.2012

Ansprechpartner

Dr. rer. nat. Daniela Schoofs
Ruhr-Universität Bochum
Fakultät für Psychologie
Kognitionspsychologie
Universitätsstr. 150
44801 Bochum

Telefon: 0234-3229233
daniela.schoofs (at) rub(dot)de