Fördert Interferon-beta die ZNS-Regeneration über Modulation der neuronalen Stammzelldifferenzierung?

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS) mit erheblicher neurodegenerativer Komponente. Bereits früh im Verlauf der MS kommt es zu einer Schädigung von Nervenscheidezellen und Nervenfasern, später zu bleibender Behinderung und Neurodegeneration. Während mittlerweile zahlreiche Medikamente zur Korrektur der fehlgeleiteten Immunantwort bei MS zur Verfügung stehen, fehlen Therapiemöglichkeiten für die neurodegenerativen Prozesse der Erkrankung. Das Zytokin Interferon (IFN)-beta ist eine etablierte Immuntherapie der schubförmigen MS. Interessanterweise befindet sich der Rezeptor für IFN-beta auch auf ZNS-ständigen Zellen, so dass direkte, bisher unzureichend verstandene Effekte auf das ZNS denkbar sind. Tatsächlich fanden sich kürzlich Hinweise, dass IFN-beta die Proliferation und Differenzierung von neuronalen Stammzellen beeinflussen könnte. Wir wollen daher Effekte von IFN-beta auf die Neubildung von Nervenzellen und Nervenscheidezellen näher untersuchen und klären, ob funktionelle Verbesserungen in Tiermodellen der MS auftreten. Das Projekt soll zum besseren Verständnis neuroregenerativer Mechanismen beitragen und ermöglichen Behandlungsstrategien für die progrediente Form der MS zu entwickeln.

Antragsteller

Ruhr-Universität Bochum: Prof. med. Ingo Kleiter (Neuroimmunologisches Labor)

Förderlinie: Anschubförderung
Fördersumme: 49.970,00 Euro
Laufzeit: 01.08.2014 – 31.07.2015

Ansprechpartner

Dr. med. Ingo Kleiter
Zentrum für Klinische Forschung I
Ruhr-Universität Bochum
Universitätsstraße 150
44801 Bochum

Telefon: 0234-32-29240

ingo.kleiter(at)rub(dot)de