Hemisphärische Asymmetrien und das Epigenom – Wie Erfahrung die funktionale Architektur des Gehirns beeinflusst

„Du bist ja Linkshänder!“ – Etwa 10% der deutschen Bevölkerung dürfte dieser Satz bekannt vorkommen. Dabei ist den wenigsten klar, dass unsere Händigkeit ein fundamentales Organisationsprinzip des Gehirns widerspiegelt. Zu den faszinierendsten Fakten über unser Denkorgan zählt nämlich seine asymmetrische Organisation. So wird zum Beispiel Sprache bei den meisten Menschen von der linken Hemisphäre gesteuert, während die rechte etwa für räumliche Funktionen dominant ist. Unsere Händigkeit spiegelt die Dominanz einer Hemisphäre für feinmotorische Aufgaben (etwa Schreiben) wider. Leider wissen wir kaum etwas darüber, wie solche Asymmetrien entstehen. Zwillingsstudien zeigen, dass sie zu etwa 25% durch genetische Faktoren und 75% durch Umwelteinflüsse bestimmt werden. Das Ziel des vorliegenden Projektes ist es, die Rolle solcher Faktoren für die Entstehung hemisphärischer Asymmetrien auf molekularer Ebene zu bestimmen. Dafür soll DNA-Methylierung, der wichtigste Prozess, über den Genfunktion durch Umweltfaktoren moduliert wird, in Links- und Rechtshändern untersucht werden. Auf Grund der essentiellen Bedeutung solcher epigenetischer Prozesse für die Händigkeit stellt das Projekt einen essentiellen Schritt dar, um die Entwicklung hemisphärischer Asymmetrien in der Tiefe zu verstehen.

Antragsteller

Ruhr-Universität Bochum: PD Dr. Sebastian Ocklenburg, Fakultät für Psychologie

Förderlinie: Anschubförderung
Fördermittel: 49.747,68 Euro
Laufzeit: 01.04.2016-31.12.2016

Ansprechpartner

PD Dr. Sebastian Ocklenburg
Ruhr-Universität Bochum
Fakultät für Psychologie
Institut für kognitive Neurowissenschaften, Arbeitseinheit Biopsychologie
Universitätsstraße 150
44780 Bochum

Telefon: 0234 32 24323
sebastian.ocklenburg@rub.de