MBF2 (Mathematische Begabung im Fokus – in der Sekundarstufe 2)

Die Identifikation von mathematischer Begabung bei Schülerinnen und Schülern ist ein Thema mit großer Bedeutung für die Gesellschaft im Allgemeinen und für Schulen im Speziellen (Winner 1998): Zum einen haben entsprechende Lernende ein Recht auf individuelle Lernangebote (vgl. Schulministerium NRW 2005, § 1) und damit auf Lernangebote, die sie nicht unterfordern – zum anderen ist es gesellschaftspolitisch wichtig, potentielle Vordenker und Forscher der kommenden Generation gut auszubilden. Für eine solche Förderung sind Kenntnisse über die Möglichkeiten einer Identifikation dieser Lernenden und über ihre besonderen Fähigkeiten sowie deren Kennzeichen unabdingbar. Während für Lernende der Primar- und Sekundarstufe I bereits Forschungsergebnisse, Tests und Kriterienkataloge vorliegen (z. B. Eichler et al. 2013, Fritzlar & Käpnick 2013), gibt es für Lernende der Sekundarstufe II wenig gesicherte Erkenntnisse zu Kennzeichen einer potentiellen Begabung. Auf der Grundlage eines umfassenden Modells mathematischer Begabung werden im Rahmen der vorliegenden empirischen Studie Merkmale mathematisch begabter Lernender der Sekundarstufe II erhoben. Dazu werden die Aufgabenbearbeitungen sowohl potentiell begabter als durchschnittlicher Schüler im Rahmen regelmäßiger Sitzungen analysiert. Für die Datenanalyse wird ein fallkontrastierendes Verfahren (vgl. Kelle & Kluge 2010) gewählt, das kategoriengeleitete und kategorienentwickelnde Anteile umfasst (vgl. Beck & Maier 1994) und damit die theoretischen Konzeptualisierungen von Begabung sowohl aufgreifen als auch (weitergehend) operationalisieren kann. Ziel unseres Forschungsvorhabens ist es, zum einen durch den Vergleich der beiden Schülergruppen Merkmale zu erheben, die das Modell mathematischer Begabung in der Sekundarstufe II ausspezifizieren. Zum anderen werden hierdurch Aufgaben zur Identifikation mathematisch begabter Lernender in der Sekundarstufe II generiert. Die Erkenntnisse werden einen entscheidenden Einfluss auf weitere Forschung in diesem Themengebiet haben.

Antragsteller

Universität Duisburg-Essen: Prof. Dr. Benjamin Rott, Fakultät für Mathematik

Förderlinie: Anschubförderung
Fördermittel: 47.995,00 Euro
Laufzeit: 01.04.2015- 30.09.2016

Ansprechpartner

Prof. Dr. Benjamin Rott
Universität Duisburg-Essen
Fakultät für Mathematik
Thea-Leymann-Straße 9
45127 Essen

Telefon: 0201/183-4297
benjamin.rott@uni-due.de