Väter in Elternzeit. Aushandlungs- und Entscheidungsprozesse zwischen Paarbeziehung und Betrieb

Väter nehmen die Möglichkeit zur Elternzeit unterschiedlich in Anspruch. Die Gründe für diese Unterschiede sind bisher kaum erforscht, vor allem Aushandlungs- und Entscheidungsprozesse innerhalb der Paarbeziehung, aber auch hinderliche oder förderliche Bedingungen im Betrieb. Das Projekt beabsichtigt, den Entscheidungsprozess zu rekonstruieren, der einem Bezug von Elterngeld durch Väter vorangeht.

Die gesetzliche Neuregelung der Elternzeit in 2007 ist ein weiterer Baustein zur Etablierung neuer Formen von Vaterschaft in Deutschland. Insbesondere durch die Einführung der Partnermonate sollen Väter zu einem stärkeren Engagement in der Familie bewogen werden. Allerdings nehmen Väter die Möglichkeit zur Elternzeit unterschiedlich in Anspruch. So deuten sich Unterschiede hinsichtlich Bildung, Einkommen, Migrationshintergrund und regional innerhalb Deutschlands an. Die Gründe für diese Unterschiede sind bisher kaum erforscht, vor allem Aushandlungs- und Entscheidungsprozesse innerhalb der Paarbeziehung, aber auch hinderliche oder förderliche Bedingungen im Betrieb. Im vorliegenden Projekt werden Paare und Expert/innen in Betrieben zur Elternzeit befragt. Vor dem Hintergrund einer geschlechter- und ungleichheitssoziologischen Perspektive werden Chancen und Grenzen der Inanspruchnahme von Elternzeit durch Väter untersucht. Das Projekt beabsichtigt, den Entscheidungsprozess zu rekonstruieren, der einem Bezug von Elterngeld durch Väter vorangeht. Das Projekt trägt zum einen zu einer Institutionalisierung der Forschung zu Männlichkeit und Vaterschaft in der Geschlechterforschung bei, zum anderen verschafft es einer an Väter adressierten Familienpolitik eine empirisch fundierte Informationsbasis und generiert Wissen, das die Bemühungen der UA Ruhr Universitäten um eine familienfreundliche Hochschule befördert.

Antragsteller

Technische Universität Dortmund: Prof. Dr. Michael Meuser (Fakultät für Erziehungswissenschaft und Soziologie, Soziologie der Geschlechterverhältnisse);
Ruhr-Universität Bochum: Prof. Dr. Ilse Lenz (Fakultät für Sozialwissenschaft, Lehrstuhl für Soziologie/Soziale Ungleichheit und Geschlecht), Prof. Dr. Katja Sabisch (Fakultät für Sozialwissenschaft, Juniorprofessur Gender Studies);
Universität Duisburg-Essen: Prof. Dr. Christine Wimbauer (Fakultät für Gesellschaftswissenschaften, Institut für Soziologie)

Förderlinie: Projektförderung
Fördersumme: 246.852,00 Euro
Laufzeit: 01.01.2014 – 31.12.2016

Ansprechpartner

Prof. Dr. Michael Meuser
Technische Universität Dortmund
Fakultät für Erziehungswissenschaft und Soziologie
Emil-Figge-Str. 50
44227 Dortmund

Telefon: 0231 755 4242
michael.meuser (at) tu-dortmund(dot)de