Vergleichende Untersuchung der Wirkweise der transkraniellen Gleichstromstimulation (tDCS) des Kleinhirns bei genetisch definierten Ataxien des Menschen und im Mausmodell

Motorische Koordinationsstörungen im Sinne von Ataxien sind ein häufiges neurologisches Symptom mit erheblicher Auswirkung auf Alltagsfunktionen. Ihre Ätiologie ist heterogen, und die Therapiemöglichkeiten sind gegenwärtig begrenzt. Es besteht ein dringender Bedarf nach neuen, innovativen Therapieformen. Eine wesentliche pathophysiologische Grundlage der Ataxien ist die Veränderung zerebellärer Erregbarkeit und Aktivität. Hier besteht ein Ansatzpunkt für Interventionen. Nicht-invasive Hirnstimulationsverfahren wie die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) sind in der Lage, langfristig kortikale Erregbarkeit zu verändern. Eine Verminderung motorischer Defizite nach Schlaganfall wird bei Stimulation des Großhirns erzielt. Hinsichtlich zerebellärer Stimulation liegen bisher lediglich vereinzelte Ergebnisse vor, die eine Verbesserung motorischen Lernens bei Gesunden zeigen. Die Übertragbarkeit der Befunde auf Patienten ist nicht geklärt. Die therapeutische Anwendung setzt eine genaue Kenntnis der Wirkweise der tDCS auf das gesunde und erkrankte Kleinhirn voraus. Hier setzt das vorliegende Projekt an.

Antragsteller

Universität Duisburg-Essen: Prof. Dr. med. Dagmar Timmann-Braun (Universitätsklinikum Essen, Neurologische Universitätsklinik)

Ruhr-Universität Bochum: Prof. Dr. Stefan Herlitze (Lehrstuhl Allgemeine Zoologie und Neurobiologie)

Förderlinie: Projektförderung
Fördermittel: 284.275,00 Euro
Laufzeit 01.01.2016-31.12.2017

Ansprechpartner

Prof. Dr. med. Dagmar Timmann-Braun
Universität Duisburg-Essen
Universitätsklinikum Essen
Neurologische Universitätsklinik
Hufelandstr. 55
45147 Essen

Telefon: 0201/723-3816
dagmar.timmann-braun(at)uni-due(dot)de