Drei Millionen Euro Forschungsmittel für die Ruhrgebietsuniversitäten

Drei Millionen Euro Forschungsmittel für die Ruhrgebietsuniversitäten

MERCUR fördert sieben kooperative Forschungsprojekte der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) an den Schnittstellen von Medizin, Natur-, Geistes- und Ingenieurwissenschaften

Essen, 29.07.19. In seiner aktuellen Ausschreibungsrunde hat das Mercator Research Center Ruhr (MERCUR) sieben kooperative Forschungsprojekte der TU Dortmund, der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Duisburg-Essen mit insgesamt über drei Millionen Euro bewilligt. Die Bandbreite der geförderten Projekte reicht von der Untersuchung neuartiger Materialien mit Laserspektroskopie über die Präzisionsprotonentherapie bei der Tumorbehandlung bis zum Aufbau einer Graduate School, wo Promovierende Formen des politischen Zusammenhalts als Voraussetzung internationaler Kooperationen erforschen.

„Mit den zusätzlichen Mitteln wollen wir das Zusammenwirken komplementärer Expertisen fördern und einen Ansporn zur weiteren Vernetzung unserer drei Ruhrgebietsuniversitäten geben, die in den letzten Jahren zum Impulsgeber des neuen Ruhrgebiets geworden sind“, so Prof. Dr. Winfried Schulze, Direktor von MERCUR.

Mit rund einer Million fördert MERCUR zum fünften Mal eine UA Ruhr Professur, die dazu dienen soll, hochschulübergreifende Expertisen der UA Ruhr zu bündeln. Unter der Leitung von Prof. Dr. Manfred Bayer von der TU Dortmund werden Wissenschaftler*innen aller drei Ruhrgebietsuniversitäten zweidimensionale Materialien mit fortgeschrittenen spektroskopischen Verfahren untersuchen und miteinander kombinieren. Solche Hybride versprechen beispielsweise neue Funktionalitäten in den Bereichen der Optoelektronik und Photovoltaik und ermöglichen gleichzeitig die Herstellung energieeffizienter und umweltverträglicher Bauelemente.

Ein weiteres Projekt widmet sich der strukturierten Ausbildung von Promovierenden auf dem Gebiet der Protonentherapie, die als eine der schonendsten und wirksamsten Methoden der Strahlentherapie eine sehr präzise Behandlung von Tumoren ermöglichen soll. Um die benötigte Präzision zu erreichen, sind eine sehr gute Lokalisation des zu bestrahlenden Gewebes einerseits und die genaue Kenntnis der applizierten Dosis andererseits notwendig. Die damit verbundenen wissenschaftlichen Herausforderungen liegen an den Schnittstellen von Physik, Chemie und Medizin, die in dem interdisziplinären Kolleg der TU Dortmund und Universität Duisburg-Essen gemeinsam angegangen werden.

Bewilligt wurde ebenso ein Vorhaben zur Terahertz-Technologie, die hohes Anwendungspotenzial z. B. bei der Übermittlung großer Datenmengen in der Kommunikationstechnologie oder bei der Detektion von Drogen oder Sprengstoffen durch Resonanzen birgt. Momentan wird für die optimale Übertragung von Terahertzfrequenzen eine physikalische Verbindung, also z. B. ein Glasfaserkabel, benötigt. Das gemeinsame Projekt der drei Ruhrgebietsuniversitäten will nun erforschen, wie Terahertzfrequenzen ohne diesen physikalischen Link zwischen Sender und Empfänger mittels Lasertechnik synchronisiert werden können.

Rund eine halbe Million Euro erhalten Wissenschaftler*innen der Ruhr-Universität Bochum und der TU Dortmund zum Aufbau einer Graduate School on Political Cohesion. Anhand der Dimensionen Gerechtigkeit, Identität, Partizipation und Sicherheit soll danach gefragt  werden, welche Voraussetzungen für stabilere Formen des politischen Zusammenhalts in internationalen Konstellationen erforderlich sind.

„Mit den von MERCUR geförderten Projekten werden auch Strukturen geschaffen, die Kristallisationspunkte für Sonderforschungsbereiche oder andere Forschungskooperationen mit großer wissenschaftlicher Strahlkraft bilden und damit die nationale und internationale Sichtbarkeit der UA Ruhr stärken“, erklärt Dr. Gunter Friedrich, Geschäftsführer von MERCUR.

Weitere Informationen zu allen aktuell bewilligten Projekten finden Sie hier.