Neuronale Korrelate ungewollter Erinnerungen

Ungewollte Erinnerungen sind ein alltägliches Phänomen, aber auch Leitsymptom von Traumafolgestörungen. Das geplante Forschungsprojekt kontrastiert die neuronale Dynamik des gewollten und ungewollten Gedächtnisabrufs bei der Präsentation von gedächtnisrelevanten sensorischen Reizen. Durch die Kombination von funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) und Elektroenzephalographie (EEG) unter Anwendung multivariater Analyseverfahren wird der Abruf individueller Gedächtnisrepräsentationen mit hoher räumlicher sowie zeitlicher Auflösung erfasst. Gewolltes Erinnern beruht auf langsamen, im Frontallappen lokalisierten Kontrollfunktionen, die zunächst die Suche und Reaktivierung von Kerninformationen einer Erinnerungspur einleiten, bevor diese Suche zu einer Rekonstruktion sensorischer Details führt. Im Gegensatz hierzu soll es beim ungewollten Erinnern zu einer schnellen (< 100 ms), unkontrollierten Reaktivierung sensorischer Gedächtnisspuren im Okzipitallappen und in tieferliegenden Hirnregionen kommen, die zu einer dynamischen Aktivierung von mediofrontalen Interferenznetzwerken über die Modulation hirnoszillatorischer Aktivität im Thetaband (2-8 Hz) führen. Diese Grundlagenarbeit dient als Ausgangspunkt für klinische Studien und ermöglicht die gezielte Modulation ungewollter Erinnerungen durch transkranielle Stimulationstechniken in zukünftigen Projekten.

Antragsteller

Ruhr-Universität Bochum: Dr. Dipl.-Psych. Gerd T. Waldhauser
Fakultät für Psychologie
Institut für Kognitive Neurowissenschaft

Förderlinie: Anschubförderung
Fördermittel: 29.128,00 Euro
Laufzeit: 01.04.2020 – 31.03.2021

Ansprechpartner

Dr. Dipl.-Psych. Gerd T. Waldhauser
Fakultät für Psychologie
Institut für Kognitive Neurowissenschaft
Universitätsstraße 150
44801 Bochum

E-Mail: gerd.waldhauser@rub.de