Teilnehmer*innen des „MERCUR Science Policy Network“ (MSPN) besuchen Bottrop – die InnovationCity Ruhr mit einer der modernsten Kläranlagen Europas

Teilnehmer*innen des „MERCUR Science Policy Network“ (MSPN) besuchen Bottrop  – die InnovationCity Ruhr mit einer der modernsten Kläranlagen Europas

Zuerst besuchte die MSPN-Gruppe das Klärwerk Bottrop, eine von vier zentralen Kläranlagen an der Emscher, die als eine der größten und modernsten Kläranlagen Europas den Umbau des Emscher-Systems entscheidend vorangebracht hat. Unter der Führung des Betriebsleiters Dr. Lars Günther lernten die Teilnehmer*innen nicht nur das weitläufige Gelände der Kläranlage kennen, sondern wurden dabei auch über den Prozess der Wasserreinigung informiert. So ging es zu Beginn in die Rechenhalle, in der das Schmutzwasser mechanisch von nicht löslichen Bestandteilen gereinigt wird. Der dabei anfallende Abfall wird vor Ort verbrannt. Danach fließt das Wasser in einen Sandfang, in dem ein Belüftungssystem dafür sorgt, dass sich nur der von den Straßen eingespülte Sand, nicht aber die wertvollen Bakterien, am Boden absetzen. Die Bakterien werden erst für die dritte Reinigungsstufe benötigt. Dort, im Belebtwasserbecken sorgen u.a. der sogenannte „Schokobrunnen“, Zackenwehre und große Kämme für die nötige Bewegung im Wasser. Der übrige Klärschlamm wird über mehrere Wochen in den fast 50 Meter hohen Faultürmen in Gas verwandelt. Das bei der Faulung entstehende Klärgas wird zur Stromversorgung der Kläranlage genutzt. In dem eigenen Gaskraftwerk wird so viel Strom erzeugt, dass damit der Bedarf von 6500 Haushalten gedeckt werden könnte. Das in Bottrop gereinigte Wasser hat – gemessen an den hohen Standards in Deutschland – noch keine Trinkwasserqualität, da die vierte Klärstufe fehlt, in der das Wasser von Rückständen u.a. aus Medikamenten gereinigt wird. Das Trinkwasser für die Region wird aus dem Grundwasser gewonnen.

Anschließend ging es für die Gruppe zu der InnovationCity Ruhr, einem Projekt der Innovation City Management GmbH (ICM) und des Initiativkreis Ruhr, wo Geschäftsführer Burkhard Drescher über die Maßnahmen auf dem Weg zu einer klimagerechten Stadt informierte. Um das Ziel des Gesamtprojektes, die CO2-Emissionen um 50 Prozent bei gleichzeitiger Sicherung des Industriestandortes zu verringern, wurden in kostenlosen Beratungsgesprächen und Informationsveranstaltungen Eigenheimbesitzer, Einzelhändler und andere Akteure der Stadtgesellschaft darüber informiert, wie sich Energie einsparen und Erwärmung verringern lässt – etwa durch Begrünung von Dächern und Wänden – und wie man Fördermittel dafür beantragen kann. Gleichzeitig hat die InnovationCity Ruhr die Entwicklung einzelner Stadtteile im Blick gehabt, um frühzeitig Probleme zu erkennen und gegenzusteuern, sei es bei der von Schaffung von barrierefreien Wohnungen, Gestaltung von Grünflächen oder der Ansiedlung von Geschäften oder Dienstleistern, um Leerstände zu verhindern. Bottrop ist damit zu einer Modellregion geworden, die für einen klimagerechten Städtebau und zugleich auch für eine hohe Lebensqualität steht.