Über eine Million Euro fließen in neue Forschungsprojekte der Universitätsallianz Ruhr

Über eine Million Euro fließen in neue Forschungsprojekte der Universitätsallianz Ruhr

MERCUR bewilligt erneut Fördermittel für gemeinsame Projekte der Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen

Essen, 22. Juli 2014. Das Mercator Research Center Ruhr (MERCUR) hat in seiner achten Ausschreibungsrunde wieder sechs neue Kooperationsprojekte mit einem Gesamtvolumen von insgesamt 1,1 Millionen Euro bewilligt. Wissenschaftler/innen von der Ruhr-Universität Bochum, der TU Dortmund, und der Universität Duisburg-Essen bündeln ihre Kompetenzen und forschen gemeinsam zu Themen, die von Wiederbesiedlung neugestalteter Flussökosysteme, über einen Ansatz für die Entwicklung neuartiger Kühlsysteme bis hin zur Identifikation von Biomarkern für eine personalisierte Therapie von Schmerzpatienten reichen. Seit Anfang 2010 hat MERCUR insgesamt 137 Projekte im Umfang von rund 17,3 Millionen Euro bewilligt.

Komplexe Forschungsthemen erfordern oft, dass sich Wissenschaftler/innen mit komplemen-tären Expertisen zusammenschließen. Bei den von MERCUR geförderten Projekten bringen die Wissenschaftler zudem die Infrastruktur verschiedener Standorte (Bochum, Dortmund, Duisburg-Essen) mit ein, so dass neben dem interdisziplinären Umfeld optimale Arbeitsmöglichkeiten vorhanden sind.

In dem Projekt „Bedeutung von Parasiten bei der Wiederbesiedlung ehemals degradierter Flussökosysteme durch einheimische und invasive Flohkrebse: Das Beispiel der Emscher“ arbeiten Wissenschaftler der Universitäten Bochum und Essen-Duisburg und zusammen. Ihr Ziel ist es, am Beispiel des größten Renaturierungsprojektes  eines Fließgewässers in Europa, dem Emschersystem, nachzuweisen, welche ökologische Bedeutung Parasiten in der Wiederbelebung von Gewässern haben. Die Fragestellung wird am Beispiel von Flohkrebsen bearbeitet, weil gerade aus der Familie der Flohkrebse viele der eingewanderten Tierarten in Mitteleuropa kommen.

Wissenschaftler von der Ruhr-Universität Bochum und der TU Dortmund wollen bei ihrem Projekt „Modellierung und experimentelle Untersuchung der multiferroischen Kühleigenschaften von (ferromagnetischen) Formgedächtnislegierungen“ neue Kühltechno-logien entwickeln, die eine Reduktion der Emission von Treibhausgasen implizieren. Ein viel versprechender Ansatz dafür liegt in der Ausnutzung von multiphysikalischen Kühleffekten in Feststoffen, welche den Einsatz flüssiger Kühlstoffe vollständig eliminieren.

Chronische Schmerzen stellen ein großes sozio-ökonomisches Problem dar. Fast 20% aller Erwachsenen in der westlichen industrialisierten Welt sind davon betroffen. Warum bei manchen Menschen sich nach einem vorübergehenden Schmerzereignis chronische Schmerzen entwickeln und bei anderen nicht, ist noch unbekannt. Forscher/innen der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Duisburg-Essen untersuchen in ihrem Projekt „Der Effekt lokaler Neurotransmitter-Konzentrationen auf Schmerzverarbeitung und Schmerzmodulation“ Mechanismen, die die Schmerzempfindlichkeit beeinflussen, um in Zukunft therapeutische Ansätze angepasst an das individuelle Risiko ein setzen zu können.

Die drei weiteren von MERRCUR bewilligten Projekte beschäftigen sich mit der Optimierung mechanischer Schädigungsprozesse bei industriellen Anwendungen, computergestütztem kooperativem Lernen in kleinen Gruppen und der Messung des Geländeverlaufs kleiner Fließgewässer.

Weitere Informationen zu den bewilligten Projekten:

Mercator Research Center Ruhr
Das Mercator Research Center Ruhr wurde Anfang März 2010 von der Stiftung Mercator gemeinsam mit der Universitätsallianz Ruhr gegründet. MERCUR will die strategische Kooperation der Ruhr-Universität Bochum, der Technischen Universität Dortmund und der Universität Duisburg-Essen stärken, die sich 2007 zur UA Ruhr zusammengeschlossen haben. Mit seinem Förderprogramm unterstützt das Center sowohl die Zusammenarbeit als auch den Ausbau verteilter Forschungsschwerpunkte innerhalb der drei Universitäten. Den dort tätigen Wissenschaftlern/innen bietet MERCUR neue Möglichkeiten zur Entwicklung von Forschungsprojekten, die die Attraktivität des Ruhrgebiets als Wissenschaftsstandort nachhaltig erhöhen. Das Center ist das bislang größte Projekt privater Wissenschaftsförderung im Ruhrgebiet.