Gemeinsam auf Erfolgskurs: Universitätsallianz Ruhr erhält über zwei Millionen Euro

Mercator Research Center Ruhr bewilligt 13 neue Forschungsprojekte von Pumpspeicherwerken für regenerative Energien bis zur innovativen Steuerung von Proteinaktivitäten

Essen, 10. Mai 2011. Das Ergebnis der zweiten Ausschreibungsrunde steht fest: Mit über zwei Millionen Euro fördert das Mercator Research Center Ruhr (MERCUR), eine Initiative der Stiftung Mercator und der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr), 13 neue Forschungsprojekte an den Universitäten Bochum und Duisburg-Essen sowie an der Technischen Universität Dortmund. Das Ziel von MERCUR ist es, das wissenschaftliche Gesamtpotenzial der Region weiter zu fördern und ihr die Chance zu geben, zu anderen renommierten Wissenschaftsregionen aufzuschließen. MERCUR hat damit insgesamt seit 2010 in allen Förderlinien 38 Projekte mit einem Volumen von rund 4,5 Millionen Euro bewilligt.

In dieser Ausschreibungsrunde wurden 84 Skizzen eingereicht, 29 Antragssteller wurden zur Abgabe von Vollanträgen eingeladen. Die Bandbreite der Projekte, die vom Wissenschaftlichen Beirat von MERCUR nach den hohen Qualitätsstandards der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ausgewählt wurden, reicht von naturwissenschaftlichen über biomedizinische bis zu literaturwissenschaftlichen Forschungsvorhaben.

Zu den erfolgreichen Projekten gehören beispielsweise folgende Vorhaben:

  • eine gemeinsame, interdisziplinär zusammensetzte Forschergruppe der Universitäten Bochum und Duisburg-Essen untersucht, wie Energie unter Nutzung von alten Schachtanlagen gespeichert werden kann (sogenannte Unterflur-Pumpspeicherwerke). Ziel ist es, bei der Umstellung auf regenerative Energien und der damit notwendigen Zwischenspeicherung neue technische Alternativen aufzuzeigen;
  • eine Gruppe von Germanisten, Romanisten und Philosophen an den Universitäten Bochum und Duisburg-Essen sowie der TU Dortmund widmet sich der vergleichenden Analyse von Fallgeschichten in der Medizingeschichte, in den Rechts- und Literaturwissenschaften, in der Ethik sowie in der Medienkultur der Gegenwart;
  • Wissenschaftler an der TU Dortmund und der Universität Duisburg-Essen beschäftigen sich mit der Entwicklung von dreidimensionalen DNA-Käfigen, die für die Untersuchung von pharmazeutischen Wirkstoffen und deren kontrollierte Freisetzung eingesetzt werden sollen.

Alle ausgewählten Projekte stehen auf der Homepage www.mercur-research.de zum Download bereit.

„Nur gemeinsam kann man die Hochschullandschaft der Region nachhaltig verändern und fit für die Herausforderungen der Zukunft machen. Die bewilligten Projekte zeigen, dass es in der Universitätsallianz Ruhr immer mehr zu einer Bündelung von Kräften und Potenzialen kommt. Wir freuen uns, dass wir mit MERCUR dazu beitragen können, einerseits die Kooperation und andererseits die Differenzierung unter den Universitäten weiter zu intensivieren und damit die Wissenschaftsregion Ruhr im nationalen und internationalen Wettbewerb um die besten Ideen und Köpfe schlagkräftiger zu machen,“ so Prof. Dr. Winfried Schulze, Direktor von MERCUR.

„In seinen jüngsten Empfehlungen rät der Wissenschaftsrat den Hochschulen, in Zukunft stärker auf hochschulübergreifende Kooperationen zu setzen, und hebt das Kooperationsmodell der drei Ruhrgebietsuniversitäten Bochum, Duisburg-Essen und Dortmund als zukunftsweisendes Beispiel hervor. Diesen Prozess der Weiterentwicklung wird die Stiftung Mercator auch künftig aktiv begleiten“, so Dr. Bernhard Lorentz, Geschäftsführer der Stiftung Mercator. Die Stiftung stellt MERCUR für einen Zeitraum von fünf Jahren insgesamt 22 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Rektoren der drei Universitäten, Prof. Dr. Elmar Weiler (Ruhr-Universität Bochum), Prof. Dr. Ursula Gather (Technische Universität Dortmund) und Prof. Dr. Ulrich Radtke (Universität Duisburg-Essen), sind sich einig: „Auch das Ergebnis der zweiten Bewilligungsrunde zeigt, dass sich innovative Formen kooperativer Forschung leichter umsetzen lassen, wenn damit neue finanzielle Möglichkeiten verbunden sind und nicht an anderer Stelle dafür eingespart werden muss. MERCUR unterstützt damit den Weg der Universitätsallianz Ruhr, nach dem Gemeinsamen zu suchen und gleichzeitig die Schwerpunkte der einzelnen Allianzuniversitäten weiter zu entwickeln.“

Das Mercator Research Center

Das Mercator Research Center Ruhr wurde Anfang März 2010 von der Stiftung Mercator gemeinsam mit der Universitätsallianz Ruhr gegründet. MERCUR will die strategische Kooperation der Ruhr-Universität Bochum, der Technischen Universität Dortmund und der Universität Duisburg-Essen stärken, die sich 2007 zur UA Ruhr zusammengeschlossen haben. Mit seinem Förderprogramm unterstützt das Center sowohl die Zusammenarbeit als auch den Ausbau verteilter Forschungsschwerpunkte innerhalb der drei Universitäten. Den dort tätigen Wissenschaftlern/innen bietet MERCUR neue Möglichkeiten zur Entwicklung von Forschungsprojekten, die die Attraktivität des Ruhrgebiets als Wissenschaftsstandort nachhaltig erhöhen. Das Center ist das bislang größte Projekt privater Wissenschaftsförderung im Ruhrgebiet.

Weitere Informationen: www.mercur-research.de

Über die Stiftung Mercator:

Die Stiftung Mercator gehört zu den großen deutschen Stiftungen. Sie initiiert und unterstützt Projekte für bessere Bildungsmöglichkeiten an Schulen und Hochschulen. Im Sinne Gerhard Mercators fördert sie Vorhaben, die den Gednken der Weltoffenheit und Toleranz durch interkulturelle Begegnungen mit Leben erfüllen und die den Austausch von Wissen und Kultur anregen. Die Stiftung zeigt neue Wege auf und gibt Beispiele, damit Menschen – gleich welcher nationalen, kulturellen und sozialen Herkunft – ihre Persönlichkeit entfalten, Engagement entwickeln und Chancen nutzen können. So will sie Ideen beflügeln. Ihre Arbeitsweise ist geprägt von einer unternehmerischen, internationalen und professionellen Haltung. Dem Ruhrgebiet, der Heimat der Stifterfamilie, fühlt sie sich in besonderer Weise verbunden.

Über die Universitätsallianz Ruhr:
Die Universitätsallianz wurde 2007 durch die drei Nachbaruniversitäten, die Ruhr-Universität Bochum, die Technische Universität Dortmund und die Universität Duisburg-Essen gegründet, um die Leistungen der drei Partner zu stärken, gezielt auszubauen und gemeinsam Forschungs- und Lehrschwerpunkte weiterzuentwickeln. Übergeordnete Vision ist die Etablierung der Universitätsallianz Ruhr als exzellenten Standort in der nationalen und internationalen Wissenschafts- und Studienlandschaft.